Es ist Februar und wie es mir scheint, ist das der Monat einer leckeren, traditionellen, alt bekannten, süßen wie salzigen kulinarischen Spezialität.
Am zweiten diesen Monats, an Mariä Lichtmess also, wurde in Frankreich die Chandeleur gefeiert. Das ist ein ganz wunderbares Fest, denn es gibt Crêpes. Crêpes alleine sind in unserem Nachbarland nicht außergewöhnlich, kann man sie an jeder Straßenecke kaufen (an dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die traditionelle Crêpe im Straßenverkauf heutzutage nicht selten von einem “Panini avec Nutella” abgelöst wird – ist nicht so schlecht, aber gewöhnungsbedürftig), der Clou an diesem Fest ist jedoch die Art der Zubereitung! Während der Teig wie herkömmlich vorbereitet wird, muss sich die Gesellschaft beim Backen schön abwechseln. Einer nach dem anderen zaubert eine Crêpe und eine Regel gilt dabei zu beachten: jede Crêpe wird genau einmal mit gutem Schwung umgedreht, nachdem sie auf der einen Seite goldbraun gebacken wurde, dabei muss vom Bäcker eine Münze in die Wurfhand genommen werden…schafft er es die Crêpe erfolgreich zu wenden, wird ihm ein finanziell fettes Jahr beschert…schafft er es nicht kommt der Zonk! Sind alle Crêpes gebacken werden sie wie in la France üblich mit Zimt, Zucker, Zitrone, Obst, Nutella, Crème du marron, Schinken, Käse,…gegessen.
Zwischen süß und salzig wird bei unseren holländischen Nachbarn, wie ich es letzte Woche erfahren durfte, nicht unterschieden. Die Pfannkuchen sollten dort, genauso wie in Frankreich so dünn ausgebacken werden, dass man die Zeitung noch durch die Pfannkuchen durch lesen könnte. Diese hauchdünnen Pfannkuchen werden dann mit Obst, Marmelade, Bacon oder Käse gefüllt. Egal ob süß oder salzig das Topping ist in Holland entscheidend. So gibt man einen einamalig leckern Sirup, namens Stroop, in großen Mengen darüber. Was im ersten Moment befremdlich wirkt wandelt sich beim ersten Bissen in Wohlbefinden und Entzücken. Kaum zu glauben ob süße oder herzhaft..die Menge an Stroop auf den Pfannkuchen wird von Pfannkuchen zu Pfannkuchen mehr…sind wir nicht alle ein bisschen holländisch?
Die deutschen Pfannkuche, ich meine damit keine Faschingskrapfen, sind normalerweise etwas dicker als in Holland oder Frankreich und können auch süß oder salzig verzehrt oder als Pfannkuchen (auch Flädlasuppe) weiterverarbeitet werden.
In Österreich und Ungarn werden Pfannkuchen zu Palatschinken, welche wiederum dünner und feiner als unsere Pfannkuchen sind. Sie gibt es mit den unterschiedlichsten Füllungen. Gefüllt mit Mohn-, Nuß-, Topfen-, Zwetchgen-, oder Apfelfüllung lassen sie unsere Herzen höher schlagen. Nicht zu vergessen der Schalgobers!!
Wie man sieht kann eine so einfache Speise auf so viele verschiedene Arten und Weisen zubereitet werden – also lasst uns über den eigenen Tellerrand in andere Länder blicken und den interkulturellen kulinarischen Austausch mit Pfannkuchen zelebrieren.
Tags: Essen, Gemüse, Nachbarn, Obst, Pfannkuchen